Clemens Tönnies und die Rassismusvorwürfe

Schalke 04 steht wieder einmal in den Schlagzeilen. Aber nicht aus sportlichen Gründen oder weil wieder ein Trainer oder Manager entlassen wurde. Dieses Mal betrifft es den langjährigen Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Clemens Tönnies, höchstpersönlich.

In der vergangenen Woche sorgte er für Aufregung, als er bei einem Auftritt beim Tag des Handwerks in Paderborn meinte, man solle in Afrika Kraftwerke bauen und so dafür sorgen, dass die Afrikaner aufhören bei Dunkelheit Kinder zu produzieren.

Mittlerweile hat er sich für diese sprachliche Entgleisung entschuldigt.

Nun beschäftigt sich der Ehrenrat des FC Schalke 04 damit, ob der auch als Fleischfabrikant tätige Tönnies weiterhin im Amt bleiben kann. Ob sich auch der DFB einschalten wird, bleibt noch abzuwarten.

Der Aufschrei und die Empörung sind groß und ziehen sich durch alle gesellschaftlichen Schichten. Nur Huub Steevens, ebenfalls im Aufsichtsrat des Vereins tätig, stärkte ihm den Rücken, denn Tönnies mag alle Menschen, unabhängig von deren Hautfarbe, Geschlecht oder Herkunft. Wer ihn bereits lange kennt weiß das, so der ehemalige Trainer der Königsblauen.

Der Fußballfunktionär Tönnies

Der 63-jährige Clemens Tönnies ist seit 1994 Aufsichtsratsmitglied des FC Schalke 04 und seit 2001 dessen Vorsitzender.

Seit dem Jahr 2001 hat der Revierklub bewegte Zeiten hinter sich, diese führten wiederum zu zahlreichen Entlassungen von Trainern und Managern.

Nachdem der erfolgreiche und langjährige Manager Rudi Assauer nach der Saison 2005/2006 zurückgetreten war und Andreas Müller das Amt übernommen hatte, lief alles noch nach Wunsch. Der Verein qualifizierte sich regelmäßig für die europäischen Wettbewerbe und konnte sich so auch finanziell wieder sanieren. Höhepunkt war das Erreichen des Halbfinals der UEFA Champion League 2010/2011 gegen Manchester United.

Bis auf Ausnahme weniger Spielzeiten war der Traditionsklub aus dem Ruhrgebiet bis zur vergangenen Saison stets auf den vorderen Plätzen zu finden, auch dies war ein Verdienst des Fleischfabrikanten Clemens Tönnies. Er gibt sich auch stets publikumsnah und tauscht auch schon mal seinen Platz auf der Ehrentribüne mit einem Platz in der Fankurve.

Aber die vielen Manager- und Trainerwechsel in seiner Amtszeit und die schlechten Ergebnisse der Vorsaison, knapp am Abstieg vorbei, Abgang von Manager Heidel und Trainer Tedesco, haben seinem Image als oberstem Schalker geschadet.